Kommunale Wärmeplanung

Wärmewende – ein Video des Landes Niedersachsen

Osnabrück muss sich auf die kommunale Wärmeplanung vorbereiten, um nachhaltige Energiequellen zu nutzen, CO2-Emissionen zu reduzieren und Energiekosten zu senken. Dies fördert Umweltschutz, Wirtschaftswachstum und die Lebensqualität der Bürger. Vorbereitung ist entscheidend für eine nachhaltige Zukunft.

Die Wärmeversorgung in Deutschland soll nach dem Willen der Bundesregierung bis 2045 klimaneutral werden, in Niedersachsen sogar schon im Jahr 2040. Zugleich werden das Gebäudeenergiegesetz und das Wärmeplanungsgesetz großen Einfluss auf die künftige Wärmeversorgung in Deutschland haben. Kommunen in Niedersachsen sind dazu verpflichtet, bis Ende 2026 eine eigene Wärmeplanung aufzustellen.

Basis einer kommunalen Wärmeplanung ist zunächst die Untersuchung des IST-Zustandes – also der aktuellen Versorgungssituation im Stadtgebiet. Auf dieser Basis erfolgt schrittweise die Erstellung einer Strategie, mit der die Wärmeversorgung künftig klimaneutral werden kann. Konkret steht am Ende einer Wärmeplanung eine Kartendarstellung der Stadt, auf der zu sehen ist, wo sich welche Art von umweltfreundlicher Wärmeversorgung eignet.

Ganz klar: Osnabrück soll spätestens im Jahr 2040 klimaneutral sein. Ein wichtiger Beitrag dazu leistet eine treibhausgasneutrale Wärmeversorgung. In der Wärmewendestrategie, die gemeinsam von der Stadt und den Stadtwerken erarbeitet wird, soll genau dieser Weg beschrieben werden. Durch ein Gesamtkonzept für die ganze Stadt wird verhindert, dass es ein unabgestimmtes Vorgehen unterschiedlicher Akteure gibt. Die Menschen in Osnabrück erhalten schließlich Orientierung für ihre Handlungen und künftigen Investitionsentscheidungen.

Gesetzliche Grundlage für die Pflicht zur kommunalen Wärmeplanung in Niedersachsen ist das Niedersächsische Gesetz zur Förderung des Klimaschutzes und zur Minderung der Folgen des Klimawandels (NKlimaG). In § 20 des NKlimaG gibt es detaillierte Ausführungen zu den Bestimmungen der kommunalen Wärmeplanung. Ober- und Mittelzentren sind demnach verpflichtet, bis zum 31. Dezember 2026 einen kommunalen Wärmeplan zu erstellen. Bis eine adressgenaue Wärmestrategie für Osnabrück vorliegt, wird es also noch dauern. Stadt und Stadtwerke arbeiten jedoch mit Hochdruck an der Erarbeitung. Denn die Zeit drängt. Wichtig: Bitte bedenken Sie, dass wir Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt noch keine konkreten Handlungsempfehlungen bezüglich Ihrer individuellen Wärmeversorgung geben können.

Mit der Fertigstellung der kommunalen Wärmeplanung liegt eine konkrete Strategie für die Wärmewende in Osnabrück vor. Das bedeutet, dass dann klar ist, in welchem Gebiet in Osnabrück welche Lösung für eine klimaneutrale Wärmeversorgung in Frage kommt. Allerdings heißt das noch nicht, dass dann die Umsetzung unmittelbar erfolgt. Einzelmaßnahmen müssen anschließend detailliert geplant und dann sukzessiv umgesetzt werden.

Zunächst müssen zahlreiche Daten von unterschiedlichen Akteuren zusammengetragen, aufbereitet und schließlich analysiert werden. Das Niedersächsische Klimagesetz erlaubt Kommunen zudem erst ab dem 1. Januar 2024 die notwendige Datengrundlage bei den betreffenden Stellen anzufordern. Die Erarbeitung einer gemeinsamen und ganzheitlichen Strategie erfordert Koordination und Absprache. Und auch die Analyse der Daten ist alles andere als trivial, denn zahlreiche Faktoren spielen hier eine Rolle. Beispielsweise müssen folgende Fragen geklärt werden:

  • Auf welchem energetischen Stand ist der Gebäudebestand?
  • Welche Energieträger werden aktuell eingesetzt?
  • Gibt es schon Wärmenetze vor Ort?
  • Gibt es überhaupt die Möglichkeiten für ein neues Wärmenetz vor Ort?
  • Gibt es in der Nähe einen Standort für eine zentrale klimaneutrale Erzeugungsanlage?
  • Wie viele Personen/Haushalte können/müssen angeschlossen werden?

Genau definiert ist bislang keiner dieser Begriffe – und nicht selten werden sie daher synonym verwendet. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass Nahwärmenetze eher kleinere Wärmenetze sind – ein konkretes Beispiel ist das Nahwärmenetz der Stadtwerke Osnabrück rund um den Jahnplatz oder entlang der Natruper Straße. Größere Fernwärmenetze, die zentral beispielsweise von einem größeren Kraftwerk oder einer Fabrik versorgt werden und an denen ganze Stadtteile hängen, gibt es in Osnabrück bislang nicht.

Egal ob Fernwärme oder Nahwärme – das Prinzip ist das gleiche. Gebäude werden über Rohrleitungen mit Wärme versorgt. Wo die Wärme erzeugt wird, kann allerdings sehr unterschiedlich sein. Sie kann aus Abwärme einer Fabrik oder von einem zentralen Kraftwerk stammen. Heute werden diese Kraftwerke oft noch mit fossilen Brennstoffen betrieben. In Zukunft soll dies jedoch klimaneutral geschehen – etwa durch Geothermie.

Die Frage der künftigen Wärmeversorgung stellen sich derzeit viele Menschen. Im Sinne der Transparenz sagen wir ganz ehrlich: Welche Art der Versorgung künftig individuell möglich sein wird, können wir heute noch nicht sagen. Aber wir arbeiten daran!

Ziel der kommunalen Wärmeplanung ist eine stadtweite Übersichtskarte, in der für einzelne Gebiete die möglichen Arten der treibhausgasneutralen Wärmeversorgung dargestellt werden.

Die Stadtwerke betreiben bereits einige Nahwärmenetze im Stadtgebiet – unter anderem rund um den Jahnplatz oder auch entlang der Natruper Straße.

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